Seite auswählen

Thüringer Landeszeitung/Thüringer Allgemeine,  12. Juli 2017

Botschafter der Aktion „Stadtradeln“ erreicht nach drei Wochen und mehr als 1600 Kilometern in Weimar sein Ziel

Foto: Rainer Fumpfei (l.) auf dem Herderplatz. Gestartet war er am 19. Juni in Ostfriesland. Foto: Michael Grübner

Weimar. So kurz vor dem Ziel hat er sich doch noch verfahren: Rainer Fumpfei, Werbebotschafter der Aktion „Stadtradeln“ und des Vereins Klima-Bündnis, steuerte gestern Vormittag das Rathaus am Markt an, während das Empfangskomitee vor dem Interims-Rathaus am Herderplatz auf ihn wartete.

Dann aber kam er doch noch: tiefbraun gebrannt nach etwas mehr als drei Wochen im Sattel und kein bisschen außer Atem. Es begrüßte ihn das zentrale Organisations-Trio für die „Stadtradeln“-Aktion in Weimar mit Grit Tetzel von der Grünen Liga sowie den Verwaltungs-Mitarbeitern Tobias Keppler (Beauftragter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit) und Erhard Dunkel (Verkehrsplaner).

Fumpfei ist 45 Jahre alt, stammt aus der Kölner Region und arbeitet seit drei Jahren als Berufsfeuerwehrmann in Berlin. Seit 2011 geht er jedes Jahr im Auftrag des Klima-Bündnisses auf große Radtour quer durch die Republik. Der Verein trägt einen Teil der finanziellen Kosten, andere Unterstützer stellen die Technik, etwa das Fahrrad mit Anhänger, ein Zelt und eine Solar-Ladestation für das Handy. Da er die beantragte Freistellung nicht bekam, musste Fumpfei die Tour von ursprünglich geplanten zehn auf drei Wochen und die Strecke von 5800 auf rund 1600 Kilometer kürzen.

Thüringen gehörte erstmals zu seinem Streckenplan, auch in Weimar war Fumpfei bis gestern noch nie. Er kam von Hessen über Gotha und Arnstadt nach Erfurt, übernachtete in Kerspleben. Weimar war seine letzte offizielle Station.

Dem Städtekette-Radweg, den auf dem Weg nach Weimar nutzte, stellte Fumpfei ein durchwachsenes Zeugnis aus: „Ich bin zufrieden, aber es gibt Luft nach oben.“ Ohne sein GPS-Gerät, das er vorher mit der geplanten Route gefüttert hatte, wäre es für den Ortsfremden durch unzureichende Beschilderung an einigen Abzweigen „schwierig geworden“. Auf dem Abschnitt von Erfurt durch das Grammetal nach Weimar gebe es solche Probleme aber nicht.

Die Kulturstadt nahm Fumpfeis Ankunft zum Anlass, den offiziellen Startschuss zu ihrer dritten „Stadtradeln“-Teilnahme zu geben. Die Anmelde-Listen für Einzelfahrer und Teams sind ab sofort online freigeschaltet. Es geht darum, möglichst viele Menschen zu bewegen, für drei Wochen vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Im vorigen Jahr radelten bei dieser Aktion 122 Weimarer in 13 Teams insgesamt 21 995 Kilometer.

Autor: Michael Grübner

[ Quelle: www.tlz.de ]